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"Onkel Klaus" - 08.06.2022

Wer ist er? Was macht er?
 
 
Zuerst einmal: Onkel Klaus ist nur meine bildhafte Darstellung des Verwandten, der in seiner Freizeit mehr oder weniger semi-professionell fotografiert oder früher fotografierte und nun, auf eurer Hochzeit, seine große Chance sieht, dieses Talent zu zeigen.
Onkel Klaus könnte somit auch Onkel Peter, Tante Melanie oder Cousine Steffi sein…oder irgendein Verwandter oder eine Verwandte die, wie oben beschrieben, fotografisch bewandert sind und eine zumeist halbwegs professionelle Kameraausrüstung hat. Manchmal auch schon in die Jahre gekommen, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.
Das erklärt schon mal WER Onkel Klaus ist. Aber was macht er und ist es gut oder schlecht?
Die Antwort auf diese Frage kommt ganz auf ihn selbst an.
Zunächst einmal die positiven Dinge:
Onkel Klaus kann das Album durchaus bereichern und Fotografien aus anderen Blickwinkeln beisteuern. Grundsätzlich ist ihm Bewusst, dass ein professioneller Fotograf vor Ort ist, weshalb er sich auch entsprechend verhält. Das bedeutet, er sucht sich Positionen, in denen er selbst das Bild nicht stört und läuft dem Fotografen nicht vor die Linse…er nimmt einfach Rücksicht darauf, dass jemand seinen Job vernünftig ausführen kann, der an diesem Tag auch sein Geld damit verdient.
Manchmal, wenn er feststellt, der Fotograf pausiert gerade kurz, kommt es auch zur Kontaktaufnahme…ein bisschen fachsimpeln hier, professioneller Austausch dort. Das ist durchaus auch für uns Fotografen sehr angenehm. Oft bietet das auch die Gelegenheit, sich nochmal ein bisschen abzustimmen. Er fragt z.B. höflich nach, ob das so ok ist, wie er sich bewegt.
 
Wie es nicht laufen sollte?
Naja, im Prinzip ist das Gegenteil vom bisher Beschriebenen der Supergau. Onkel Klaus glaubt, er hätte einen besseren Blick für das Fotografierte, springt in wichtigen Augenblicken vor die Linse, gibt dem Fotografen vermeintliche Ratschläge, gibt in kurzen Gesprächen mit seinem neuen Objektiv an, usw.
Mit den zwischenmenschlichen Aspekten können wir Fotografen gut leben. Womit wir nicht leben können ist, Onkel Klaus aus dem Hintergrund oder, schlimmer, dem Vordergrund herausretouchieren zu müssen, weil seiner Meinung nach wir Fotografen herausgeworfenes Geld sind, da er das sowieso viel besser macht und das auch unter Beweis stellen möchte.
Bewusst ist ihm jedoch nicht, dass er nicht nur uns das Leben schwer macht, sondern auch dem Brautpaar. Denn oft sind wichtige Fotos dann unwiederbringlich „beschädigt“, weil Onkel Klaus gerade auf der anderen Seite der Szene durch seinen Sucher guckt und neben dem Brautpaar die einzige sichtbare Person auf dem Bild ist.
Das zweite Thema ist das Blitzen. Die meisten Hochzeitsfotografen versuchen weitgehend ohne Aufsteckblitz (oder entfesselt) auszukommen und das natürliche Licht zu nutzen. Die teuren, lichtstarken Objektive, die wir uns angeschafft haben, bieten uns genau diese Möglichkeit. Natürlich ist irgendwann einmal der Punkt erreicht, an dem das Blitzen unausweichlich wird. Es kann eine besonders dunkle Kirche oder Partylocation sein. Oder es ist einfach Winter und es wird schon um 16 Uhr dunkel.
Onkel Klaus jedoch hat auf seiner semi-professionellen Spiegelreflexkamera mit Kit-Objektiv (nicht lichtstark) einen eingebauten Aufklappblitz…den er natürlich auch nutzt, da er sich nicht mit den Einstellungen seiner Kamera beschäftigt und meist im Automatikmodus fotografiert. Und sowieso gilt bei ihm, je mehr Licht desto besser.
Das ist leider nicht der Fall…nicht selten kommt es dann auch vor, dass der „Fremdblitz“ die Fotos des engagierten Hochzeitsfotografen stark beeinträchtigt. Sei es durch Überbelichtung, harte oder ungewollte Schatten oder Zerstörung der Stimmung usw.
Je nach Setup, kann sein Blitz z.B. auch einen entfesselten Blitz des Fotografen auslösen und beeinflusst damit auch technische Aspekte.
Am Ende irritiert er einfach nur den Hauptfotografen, die Gäste, das Brautpaar und die Technik.
Ohne groß technisch abzuschweifen möchte ich beschreiben, wieso ich einen Blogeintrag über Onkel Klaus verfasst habe:
 
Ganz einfach: Ich will die Brautpaare darauf hinweisen, ihren persönlichen Onkel Klaus zu briefen. Ihm einfach vorher zu erklären, wie wichtig euch die Arbeit des „richtigen“ Hochzeitsfotografen und wieviel euch das wert ist. Onkel Klaus soll durchaus seinen Spaß an der Kamera haben. Wenn es dann aber auf einer Hochzeit sein muss, dann einfach mit Rücksicht auf den Fotografen und das Brautpaar selbst.
Ergänzend sollten grundsätzlich ALLE Gäste informiert sein, dass ein Fotograf vor Ort ist und sich um die fotografische Begleitung kümmert. Smartphones können somit auch die meiste Zeit in den Taschen bleiben. Denn kaum etwas ist schlimmer, als der große Kuss am Altar und eine Smartphone-Front der Gäste im Hintergrund, die alles dokumentieren wollen, um es am Ende doch nicht mehr anzusehen.


"Wie finde ich einen Hochzeitsfotografen?" - 07.05.2022

Was ist wichtig? Auf was soll ich achten?
 
Die Feierlocation steht fest, der/die Dekorateur*in steht in den Startlöchern, das Catering ist auf den Geschmack der Gäste abgestimmt, der Zeitplan steht…irgendetwas fehlt aber noch…
Irgendwer muss das Ganze ja noch fotografieren. Fotograf oder Onkel Klaus?…zu dem wird es übrigens auch einen eigenen Blogeintrag geben 😉
Wenn möglich, bitte nicht beide. Warum, erfährst du bald.
 
Wie finde ich einen Hochzeitsfotografen?
Fotografen gibt es einige da draußen. Die meisten spezialisieren sich jedoch auf bestimmte Bereiche. Die Kategorisierung fällt aber leicht. Die direkte suche nach einem Hochzeitsfotografen wird euch einige Ergebnisse bringen, egal ob bei Google per Suchbegriff oder Instagram per Hashtag.
Die Herausforderung liegt daher nicht im Finden, sondern im Aussuchen, wie ihr schnell feststellen werden.
 
Natürlich machen es euch entsprechende Fotografen einfach. Das Portfolio zeigt euch ganz schnell, ob edie Arbeit euren Geschmack trifft oder nicht. Natürlich ist es an diesem Punkt schon wichtig ungefähr zu wissen, was einem gefällt. Da sich aber über Geschmack nicht streiten lässt, werdet ihr beim Blick auf die Fotoauswahl direkt feststellen, was euch zusagt.
Somit wäre ein wichtiger Punkt schon mal abgehakt.
 
Wann frage ich einen Fotografen an?
So komisch sich die Frage liest, wirst du feststellen, dass sie berechtigt ist.
Erfahrungsgemäß wird das Thema Hochzeitsfotos oft stiefmütterlich behandelt, sollte aber wirklich nicht unterschätzt werden.
Viele Fotografen sind Monate, wenn nicht sogar ein Jahr im voraus schon ausgebucht.
Somit ist die Antwort auf die Frage, wann man nach dem Fotografen suchen sollte: So bald wie möglich! Datum und Location steht? Fotografen anfragen.
 
Wieviel sollte ich für den Fotografen ausgeben?
Am Ende sollte die Entscheidung für einen Fotografen keine Preisfrage sein. Natürlich spielt das Budget eine Rolle und man sollte die Mittel nicht überstrapazieren. Aber wenn man sich eine ganztägige Hochzeitsreportage wünscht, dafür aber nur 500 Euro einplant, wird es schwer jemanden zu finden, der diese Aufgabe übernehmen möchte. Mal abgesehen von Onkel Klaus, der gerne seine Spiegelreflexkamera entstaubt, die er sich einmal vor 15 Jahren zugelegt hatte und euch mit integriertem Blitz für lau begleitet.
In diesem Abschnitt geht es auch nicht darum, einen Preis zu nennen, da jeder Fotograf verschieden kalkulieren muss. Zumal es natürlich auch noch auf die Erfahrung und Reputation ankommt.
Aber seht es einmal so: Das teure Catering verschwindet in den Bäuchen eurer Gäste. Die Band oder der DJ verlassen den Abend und die Erinnerung an die Party verblassen (evtl. sogar schon am nächsten morgen, wenn man zu tief ins Glas gesehen hat). Die Dekoration verschwindet wieder in den Lagern, die Location wird für die nächsten Gäste vorbereitet. All das ist natürlich das bezahlte Geld auch wert, aber das einzige, das euch neben den verblassenden Erinnerungen bleiben wird, sind die Fotos. Und wen man bedenkt, wieviel Arbeit der Fotograf nach eurer Hochzeit noch reinsteckt, ist der vermeintlich hohe Preis, den ihr auf den ersten Blick seht, es vielleicht doch wert.
 
Wie geht es weiter?
Der Fotograf ist angefragt und hat Zeit? Glückwunsch!
Ich kann das Folgende nur über mich sagen, da vermutlich jeder verschieden an die Sache herangeht.
Ich vereinbare einen Termin mit euch, telefonisch oder persönlich bei einem Kaffee, um alle wichtigen Fragen zu klären. Die meisten kennen an diesem Punkt schon den geplanten Ablauf, den wir natürlich auch besprechen werden. Hier gebe ich auch Erfahrungen und Tipps aus meiner Sicht weiter. Vor Allem, wenn zeitliche Abläufe zu kurz geplant sind. Das passiert oft bei den Glückwünschen nach der Trauung. Aus den geplanten 20 Minuten wird plötzlich eine Stunde, weil die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr oder der Burschen- oder Reitverein mit einer Entourage vor der Kirche/dem Standesamt stehen und sich ggf. noch ein kleines Spielchen überlegt haben. Auch wenn das nicht immer vorkommt, wollt ihr euch wenigstens die Zeit nehmen euren Sekt in Ruhe zu trinken und den Besuchern und Gästen die Möglichkeit bieten, euch ein oder zwei Worte mit auf den Weg zu geben.
Grundsätzlich stehe ich euch aber bis zur Auslieferung der Fotos (und teilweise darüber hinaus) als Ansprechpartner zur Verfügung. Vor eurem Termin stecke ich allerdings auch schon in den Vorbereitungen, wie z.B. Locationcheck und Rücksprachen mit dem Pfarramt/Standesamt.  Spätestens eine Woche vor dem großen Tag melde ich mich allerdings sowieso nochmal um nach dem Rechten zu sehen und mögliche kurzfristige Änderung einzuplanen.
 
Abschließend bleibt mir nur zu schreiben: Kommunikation ist alles 😉



"Wie startet man jetzt einen Blog?" - 06.05.2022

Nachdem ich mir einige Gedanken gemacht hatte, wie ein Fotografen-Blog in der Hochzeitsszene aussehen könnte…Tipps zur Gestaltung der Hochzeit? Auf was muss das künftige Ehepaar achten?…kam ich zunächst zu dem Schluss „Ich bin doch nur der Fotograf“, bis mir auffiel: „Hey, Ich bin der FOTOGRAF!“
 
Im Laufe der Zeit sieht und erlebt man als Hochzeitsfotograf einige Dinge, die einen manchmal zum Schmunzeln bringen und die anderen Male Stirnrunzeln bereiten. Auch kommen mit der wachsenden Erfahrungen Erkenntnisse hervor, die man den künftigen Paaren gerne mit auf den Weg gibt, wenn man den Ablauf des Tages bespricht.
Genau davon soll dieser Blog handeln. Der ein oder andere Kollege wird beim Lesen sehr viele gemeinsame Erfahrungen erkennen, einigen Paaren wird es helfen, die Lücken bei der Planung zu schließen.
So werden die kommenden Themen zum Beispiel die Auswahl des richtigen Fotografen  aber auch Vorfälle behandeln, die bei der Hochzeitsreportage vermeidbar sind, wenn sie vorher angesprochen werden…kleiner Teaser: Onkel Klaus. Meine „Mit-Fotografen“ wissen ganz genau, was ich meine 😉
 
Am wichtigsten Tag für viele Paare ereignen sich einfach auch unheimlich viele Dinge. Man kann nicht ALLES bedenken und einen Plan dafür haben. Das muss man jedoch auch nicht. Die meisten dieser Ereignisse sind positiver Natur und müssen genau so geschehen. Meine Aufgabe ist es, diese Erinnerungen auf Foto festzuhalten. Und um das zu können, gebe ich meinen Paaren gerne den ein oder anderen Gedanken mit auf den Weg, der ihnen den Tag erleichtern soll und mir ermöglicht, mich voll und ganz auf die Kunst des Fotografierens zu konzentrieren.
 
Natürlich wird dieser Blog nur aus meiner subjektiven Sicht als Person und Fotograf verfasst, so dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe.
Ich bin aber davon überzeugt, dass er nützliche Tipps für meine Zielgruppe, enthalten wird. Und falls nicht, ist er hoffentlich ein wenig unterhaltsam.
Thomas Scheck Photography

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